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Erkundungsphase kurz und knapp

Erkundung: Erfahren, was die Menschen bewegt

Viele Informationen zur Erkundungsphase wurden schon versendet oder sind anderswo im Internet nachzulesen. Allerdings hören wir oft, dass viele Fragen noch offen sind. Darum versuchen wir hier möglichst kurz und klar einige wichtige Themen auf den Punkt zu bringen.

Lydia Fried, Sabine Lord, Thomas Ascher,
Erkundungsteam für die Pfarreien der Zukunft Merzig, Wadern, Neunkirchen und Hermeskeil

  • Was Menschen bewegt

    • Bevor 2020 die neuen (großen) „Pfarreien der Zukunft“ (PdZ) gebildet werden, gibt es in jeder dieser zukünftigen PdZ eine „Erkundung“.
    • Konkret bedeutet das: Kirchlich engagierte Menschen (diözesane Erkunder/-innen, Ehrenamtliche, Seelsorger/-innen usw.) suchen Kontakt zu Menschen oder Gruppen, die wenig oder nichts (mehr) mit der Kirche zu tun haben.
    • Sie sprechen mit ihnen über ihre Lebenssituation, hören gut zu und erfahren von ihnen, was sie im Guten wie im Schlechten bewegt, welche Anliegen und Themen sie haben.
    • Das geschieht durch unterschiedliche Methoden, z.B. durch Stadtteil- oder Ortsbegehungen, Gespräche mit bestimmten Gruppen, Leitfadeninterviews mit Schlüsselpersonen und anderes – je nachdem was in der Situation am besten passt.
  • KEINE Spionage, KEIN Feststellen von Mängeln

    • Die Erkundungsteams sollen nicht die Arbeit in den bisherigen Pfarreien überprüfen und beurteilen, um den Bischof darüber zu berichten. Keinesfalls sollen sie sagen, was es in Zukunft weiter geben „darf“ und was nicht.
    • Darum brauchen die Gruppen und Gremien vor Ort ihre bisherige Arbeit nicht zu verteidigen oder gar „zu retten“. Es liegt bei ihnen selbst, was sie weiter machen wollen was sie verändern möchten.
  • KEINE flächendeckende Analyse

    • Eine umfassende und flächendeckende Erkundung wird nicht möglich sein. Weder die diözesanen Erkundungsteams noch die beteiligten Ehren- und Hauptamtlichen vor Ort können das schaffen.
    • Die Erkundung ist darum exemplarisch und punktuell – der Beginn einer immer wiederkehrenden Erkundungs-Aufgabe.
  • Das Erkundungs-Team erkundet nicht allein

    Das diözesane Erkundungs-Team bringt den Erkundungsprozess in Gang und gestaltet ihn. Die eigentlichen Erkundungs-Begegnungen geschehen aber immer zusammen mit freiwilligen lokalen Mit-Erkunder/-innen. Denn nur sie können das, was sie über das Leben der Menschen neu verstanden haben, als Impulse mitnehmen und in das kirchliche Leben einbringen.

    Das Erkundungs-Teams wird darum vor allem:

    • freiwillige Mit-Erkunder/-innen gewinnen,
    • ihnen „Schnupper“-Erkundungen anbieten,
    • sie mit den Methoden vertraut machen,
    • für eine gemeinsame Planung sorgen (Wo, wer, was soll erkundet werden?),
    • bei der Ergebnissicherung und Auswertung unterstützen usw.
  • Weniger „Kirchliches Leben“ erkunden, statt dessen: uns bisher Fremdes

    Es ist verständlich, dass viele kirchliche Gremien und Gruppen möchten, dass wertschätzend wahrgenommen wird, welche Fülle an kirchlichem Leben sie vor Ort auf die Beine stellen. Dieses Engagement muss in der PdZ auch wirklich gewürdigt und vor allem unterstützt werden.

    In der Erkundungsphase allerdings soll weniger „kirchliches Leben“ erkundet werden, sondern die Lebenssituation, die Anliegen und Themen der Menschen, die uns als Kirche bisher eher fern und fremd sind.

    • „Im Entdecken, im Sehen von Menschen, die in unserem vertrauten Gesichtskreis unsichtbar bleiben, beginnt die Sichtbarkeit Gottes unter uns, befinden wir uns auf seiner Spur.“ (Johann Baptist Metz)
    • Ein Grund dafür, vor allem das „uns Ferne und Fremde“ in den Blick zu nehmen, ist die Wahrnehmung, dass Kirche (und damit oft auch die christliche Botschaft) für große Teile der Bevölkerung ihre Bedeutung verloren haben.
  • Kein „Bericht“ an den Bischof

    Was man in den einzelnen Erkundungs-Begegnungen hört und wahrnimmt, soll natürlich „gesichert“ werden, z.B. durch Notizen, Fotos o.ä.  Die vielen Einzelergebnisse werden dann gemeinsam vor Ort ausgewertet und gebündelt. Anschließend werden sie verständlich aufbreitet und gegen Ende der Erkundung in öffentlichen Veranstaltungen vorgestellt. Diese Ergebnisse werden (natürlich) auch dem Bischof zugänglich gemacht.

    Die Hauptadressaten sind aber die Interessierten aus den verschiedenen Gemeinden der Pfarrei der Zukunft.

    Es ist also nicht die Aufgabe des Erkundungsteams, am Ende einen Plan zu entwerfen, wie zukünftiges seelsorgliches Handeln in der PdZ und ihren Gemeinden aussehen soll. Auch der Bischof wird das nicht tun. Dies ist und bleibt in den Händen der ehren- und hauptamtlich Mitarbeitenden in der PdZ nach ihrer Gründung.

  • Wozu das alles?

    Mehr als bisher möchte die Trierer Kirche ihr Handeln daran ausrichten, wie die Menschen leben und was sie für Bedürfnisse haben. Das Abschluss-Dokument der Synode drückt das so aus: „Eine Kirche, … die Jesus und seiner Botschaft vom Reich Gottes folgt, stellt den Menschen, sein Dasein und seine Fragen in den Mittelpunkt: seine Freude und Hoffnung, seine Trauer und Angst. Eine Kirche, die Jesus Christus folgt, weiß sich an die Ränder und Grenzen gesandt.“ (Synodenbeschluss S. 13)

    • Dazu ist einerseits wichtig, Gutes, Lebendiges und Bewährtes vor Ort fortzuführen.
    • Andererseits braucht die lokale Gemeinde Hinweise darauf, wie sie für die Menschen hilfreich sein kann, die vom Kontakt mit der Kirche nicht mehr viel erwarten.
    • Und solche Hinweise bekommen wir am ehesten, indem wir hingehen, das direkte Gespräch suchen, die Situation vor Ort bewusst wahrnehmen, mit Kennern der Situation sprechen usw.
  • Haltung des Hinhörens praktizieren

    Fragen, sich interessieren, zuhören, hinhören – das ist nicht so einfach und selbstverständlich, wie es sich anhört. Oft planen wir kirchliche Veranstaltungen aus unserer Kirchenperspektive heraus. Mehr als bisher will die Trierer Kirche aber „vom einzelnen Menschen her denken.“ (Synodenbeschluss S. 15)

    Solche „Haltungen“ können die Beteiligten am Erkundungsprozess lernen, mit ihnen experimentieren, sie einüben.